Was die sichtbare Ameise nicht verrät
Die auf der Lauffläche wandernden Ameisen machen nur einen kleinen Teil der Kolonie aus. Der Großteil der Arbeiterinnen und die für die Fortpflanzung zuständige Königin bleiben im Nest – meist unter dem Pflaster, in der Wandkonstruktion oder in der Dämmung. Deshalb bringt die Oberflächenbehandlung scheinbar sofortigen Erfolg, und einige Wochen später stellt sich der ursprüngliche Zustand wieder ein.
Das wirksame Vorgehen ist entweder das Erreichen des Nests oder der Einsatz eines Köders, den die Arbeiterinnen zurücktragen – über den Nahrungsaustausch innerhalb der Kolonie gelangt dieser auch ins Innere des Nests.
Drei Fälle, die getrennt zu behandeln sind
Gartenarten (meist Lasius niger) – Nest im Außenbereich, meist unter Pflasterfugen oder im Boden. Die im Wohnraum auftretenden Tiere suchen Nahrung; die wirksame Antwort ist die gezielte Behandlung des Nests und die Unterbindung des Zugangswegs.
Rossameise (Camponotus-Arten) – die größte heimische Ameise: Die Arbeiterinnen sind 6–14 mm groß, schwarz oder schwarz-rot. Ihr Nest baut sie im Holz – im morschen Baumstumpf, in der Gartenholzkonstruktion, im Zaunpfosten, im feuchten Dachbalken – und schiebt aus den ins Holz genagten Gängen sägemehlartigen Span heraus. Das Holz frisst sie nicht, sie bewohnt es. Der Schaden ist deshalb dennoch real: Die Gänge verringern die Tragfähigkeit des feuchten Holzes. Gegen sie besteht die Aufgabe im Aufspüren des Nests; die Behandlung der wandernden Tiere allein führt zu keinem Ziel.
Pharaoameise (Monomorium pharaonis) – eine kleine, gelbliche, tropische Art, die bei uns ausschließlich in beheizten Gebäuden überlebt: in Krankenhäusern, Großküchen, Lebensmittelbetrieben, Hotels. Zwei Eigenschaften machen sie zu einem schwierigen Fall. Sie überlebt auch in steriler Umgebung, und sie zerstreut sich bei einem Kontaktmittel – die Kolonie teilt sich in mehrere eigenständige Nester auf, sodass ein falsch gewählter Einsatz das Problem nicht beseitigt, sondern verteilt.
Gegen die Pharaoameise ist deshalb ausschließlich ein Köderverfahren anwendbar, geduldig und über den gesamten betroffenen Gebäudeteil hinweg.
Woran man sie erkennt
- Laufstraße – die Ameisen bewegen sich auf ständigen Bahnen, meist entlang der Wand, der Fußleiste oder der Pflasterkante. Folgt man der Bahn zurück, gelangt man zum Nest.
- Sandhaufen – aus Pflasterfugen gefördertes feinkörniges Material deutet darauf hin, dass sich unter dem Pflaster ein Nest befindet.
- Schwärmen – massenhaftes Auftreten geflügelter Tiere, meist im Sommer. Das ist das Zeichen der Fortpflanzungszeit, nicht einer anderen Art.
- Sägemehlartiger Span – trockener, grober Span, der sich am Fuß eines Stumpfs, unter einem Balken oder neben einem Zaunpfosten sammelt. Die Rossameise schiebt ihn beim Nestbau heraus, das Nest liegt also unmittelbar darüber oder dahinter.
In Lebensmittelbetrieben und im Gesundheitswesen
Hier ist die Ameise keine ästhetische Frage. In Lebensmittelbetrieben verunreinigt sie das Produkt; in Gesundheitseinrichtungen gelangt die Pharaoameise auch zwischen Verbandsmaterial und sterile Materialien, was ein Infektionsübertragungsrisiko bedeutet.
Die ARZÉN Kft. arbeitet in beiden Umgebungen bei laufendem Betrieb, mit für die jeweilige Zone zugelassenen Mitteln, und stellt über den Einsatz ein Behandlungsprotokoll aus.










