Vorratsschädlinge: Kornkäfer und Motte

Die Larve der Kornkäfer entwickelt sich im Inneren des Getreidekorns, die Vorratsmotten bilden Gespinste in den tieferen Schichten des Bestands – beides an Stellen, die eine Oberflächenbehandlung nicht erreicht. Gegen sie ist die Begasung im geschlossenen Raum das einzige Verfahren, das im gesamten Querschnitt und gegen jedes Entwicklungsstadium wirkt.

Vorratsschädlinge (Sitophilus spp. · Plodia interpunctella)
Sitophilus spp. · Plodia interpunctella

Woran man ihn erkennt

Vergleichen Sie es mit dem, was Sie gefunden haben. Im Zweifel senden Sie uns ein Foto – anhand der vorläufigen Bestimmung kommen wir gleich mit der passenden Methode.

  1. Kleines, rundes Ausbohrloch im Getreidekorn

    1Kleines, rundes Ausbohrloch im Getreidekorn

  2. Gespinst und verklumpte Getreideteile

    2Gespinst und verklumpte Getreideteile

  3. Sich erwärmende Herde in der gelagerten Partie

    3Sich erwärmende Herde in der gelagerten Partie

  4. Mehliger Staub am Boden von Sack oder Lager

    4Mehliger Staub am Boden von Sack oder Lager

Warum sie anders sind als andere Insektenschädlinge

Vorratsschädlinge leben im gelagerten Erzeugnis, nicht in der Raumluft des Lagers. In der Praxis bedeutet das: Die sich entwickelnden Stadien – die Larven und die Eier – befinden sich im Inneren des Bestands, in einer Tiefe, die weder die Besprühung noch die Vernebelung erreicht.

Deshalb ist die Bekämpfung der Vorratsschädlinge keine Variante der Insektenbekämpfung, sondern eine eigene Technologie: die Begasung im geschlossenen Raum, die den gesamten Luftraum des Lagers und den gesamten Querschnitt der Partie durchdringt.

Die beiden charakteristischen Gruppen

Kornkäfer – das Weibchen legt das Ei in das Getreidekorn, und die Larve entwickelt sich, indem sie das Korninnere zerfrisst. Der schlüpfende Käfer hinterlässt ein kleines, rundes Ausbohrloch im Korn – das charakteristischste, mit bloßem Auge sichtbare Zeichen. Auch das Gewicht und die Keimfähigkeit der befallenen Partie sinken.

Vorratsmotten – die Larve bildet ein Gespinst an der Oberfläche und in den tieferen Schichten des Bestands. Das verräterische Zeichen ist das verklumpte, zusammengeklebte Getreideteil, das an Wand und Decke des Lagers erscheinende Gespinst sowie die schwärmenden Falter.

Bei beiden Gruppen kommt es vor, dass sich die Partie zu erwärmen beginnt – durch den Stoffwechsel der Insekten und die in ihrer Folge einsetzenden mikrobiologischen Prozesse. Die herdförmige Erwärmung rechtfertigt für sich allein bereits die Kontrolle der Partie.

Was die Begasung erfordert

Die Behandlung erschöpft sich nicht in der Auslage des Mittels. Zur Planung gehören die Kontrolle der Dichtheit des Lagers, die Festlegung der Einwirkzeit anhand von Temperatur und Partiegröße sowie die Kontrolle der Lüftung und der verbleibenden Gaskonzentration, nach der das Lager wieder genutzt werden darf.

Diese Tätigkeit ist genehmigungs- und qualifikationspflichtig. Die ARZÉN Kft. führt sie unter Aufsicht einer Begasungsfachkraft durch und übergibt die vollständige Dokumentation – Genehmigungskopie, Sicherheitsdatenblatt, Behandlungsprotokoll –, weil das sowohl der Abnehmer als auch das Audit verlangt.

Vorbeugung

Die Reinigung vor der Einlagerung und die Entfernung der Restpartie sind der günstigste Eingriff, den man in diesem Bereich vornehmen kann – der Befall bleibt meist aus der vorherigen Partie des Lagers zurück. Ergänzt wird das durch die Kontrolle von Temperatur und Feuchtigkeitsgehalt sowie das Monitoring mit Pheromonfallen, das den Beginn des Schwärmens anzeigt.

Versteck und Zugangswege

Die Behandlung beginnt dort, wo sich das Tier tatsächlich aufhält – diese Stellen prüfen wir bei der Begehung zuerst.

  • Schüttgutlager – die Larven entwickeln sich im Inneren der Partie

    Schüttgutlager – die Larven entwickeln sich im Inneren der Partie

  • Sacklagerung: der Boden der Säcke und die Zwischenräume der Paletten

    Sacklagerung: der Boden der Säcke und die Zwischenräume der Paletten

  • Wand und Decke des Lagers, wo das Gespinst erscheint

    Wand und Decke des Lagers, wo das Gespinst erscheint

Kleidermotte oder Vorratsmotte?

Zwei ähnliche Arten in einem Bild, im gleichen Maßstab. Der Unterschied liegt nicht nur im Namen: Gegen beide hilft ein anderes Verfahren.

Kleidermotte und Dörrobstmotte nebeneinander, im gleichen Maßstab
Links: Kleidermotte · Rechts: Vorratsmotte (z. B. Dörrobstmotte)

KleidermotteMehr erfahren →

  • 6–8 mm, einfarbig goldgelb, Flügel mit gefranstem Rand
  • Im Schrank: Wolle, Kaschmir, Pelz, Federn
  • Die Larve frisst Keratin, der Falter nimmt keine Nahrung auf
  • Läuft eher, als dass sie fliegt, und meidet das Licht

Vorratsmotte (z. B. Dörrobstmotte)

  • 8–10 mm, zweifarbiger Flügel: heller Ansatz, kupferbrauner Spitzenbereich
  • In Speisekammer und Lager: Mehl, Getreide, Trockenfrüchte, Futtermittel
  • Die Larve spinnt ein Gespinst im Lebensmittel
  • Fliegt dem Licht entgegen

Dasselbe Wort, zwei verschiedene Schädlinge. Die Kleidermotte ist ein Problem des Schranks, die Vorratsmotte der Speisekammer und des Lagers: Gegen die eine ist die Behandlung des Textils die Antwort, gegen die andere die des Bestands – bei einer betrieblichen Partie die Begasung.

Häufige Fragen

Warum reicht eine Oberflächenbehandlung nicht aus?

Weil sich die Larve des Kornkäfers im Inneren des Getreidekorns entwickelt, die Vorratsmotten dagegen in den tieferen Schichten des Bestands. Die Oberflächenbesprühung erreicht die Kornoberfläche, nicht das sich entwickelnde Stadium, sodass nach der Behandlung die neue Generation schlüpft. Die Begasung im geschlossenen Raum wirkt dagegen im gesamten Querschnitt und gegen jedes Entwicklungsstadium.

Wer darf eine Getreidebegasung durchführen?

Eine Tätigkeit, die eine Begasungsqualifikation und eine gesonderte Genehmigung voraussetzt. Die ARZÉN Kft. führt sie unter Aufsicht einer Begasungsfachkraft, mit zugelassenem Mittel, durch und übergibt über den Einsatz eine vollständige Dokumentation.

Wie lange dauert die Behandlung?

Die Einwirkzeit hängt von der Temperatur, der Größe der Partie und der Gasdichtheit der Abdichtung ab, deshalb legen wir sie je Partie fest. Zur Planung gehört auch die Messung der Lüftungszeit und der verbleibenden Gaskonzentration, denn erst danach darf das Lager wieder genutzt werden.

Lässt sich ein Befall vorbeugen?

Größtenteils ja. Die Reinigung vor der Einlagerung, die Entfernung der Restpartie, die Kontrolle von Temperatur und Feuchtigkeitsgehalt sowie das Monitoring mit Pheromonfallen sorgen gemeinsam dafür, dass sich das Problem zeigt, solange es noch mit geringem Aufwand behandelt werden kann.

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