Ratte: Spuren und Rattenbekämpfung

Die Wanderratte hat einen großen Aktionsradius, kommt meist von außen und hinterlässt auf den regelmäßig genutzten Wegen entlang der Wand fettige Schmierspuren. Ihr Kot ist größer und stumpf endend, während der der Maus reiskorngroß und spitz zulaufend ist. Gegen sie ist der Perimeterschutz wirksam, nicht die Auslage im Innenraum.

Ratte (Rattus norvegicus)
Rattus norvegicus

Woran man ihn erkennt

Vergleichen Sie es mit dem, was Sie gefunden haben. Im Zweifel senden Sie uns ein Foto – anhand der vorläufigen Bestimmung kommen wir gleich mit der passenden Methode.

  1. Größerer, stumpf endender Kot entlang der Wand

    1Größerer, stumpf endender Kot entlang der Wand

  2. Fettige Schmierspur auf den gewohnten Wegen

    2Fettige Schmierspur auf den gewohnten Wegen

  3. Nagespuren an Verpackung, Kabel, Türrahmen

    3Nagespuren an Verpackung, Kabel, Türrahmen

  4. Erdbaue im Boden entlang der Grundstücksgrenze

    4Erdbaue im Boden entlang der Grundstücksgrenze

Sie kommt von außen

Die Wanderratte ist eine Art mit großem Aktionsradius: Sie durchstreift das Gelände rund um den Betriebsstandort, das Kanalnetz und auch benachbarte Grundstücke. Daraus folgt die wichtigste praktische Erkenntnis – das im Innenraum beobachtete Tier lebt dort meist nicht, sondern geht dort ein und aus.

Deshalb ist im Innenraum ausgelegter Köder allein bestenfalls eine symptomatische Behandlung: An die Stelle des verendeten Tieres tritt innerhalb weniger Wochen ein neues, auf demselben Weg. Die wirksame Antwort ist der Perimeterschutz – ein an der Grundstücksgrenze eingerichtetes, nummeriertes Netz von Monitoringpunkten, das ankommende Tiere schon vor dem Eindringen abfängt.

Woran man sie erkennt

  • Kot – deutlich größer als der der Maus und stumpf endend. Er sammelt sich entlang der Wand, auf Laufflächen und unter Lagerregalen.
  • Schmierspur – auf den regelmäßig genutzten Wegen hinterlässt das Fett des Fells eine dunkle, glänzende Spur an der Wand, meist niedrig, am Übergang von Wand und Boden. Das ist das verräterischste Zeichen: Es zeigt den Laufweg.
  • Nagespuren – an Verpackung, Kabel, Türrahmen, Kunststoff-Kabelkanal. Der Kabelfraß bedeutet auch ein Brandrisiko.
  • Erdbaue – entlang der Grundstücksgrenze, unter Gebäudefundamenten, Betonplatten und Behältern.

Was das Monitoring hinzufügt

Im Betrieb ist das zuverlässigste Signal nicht die Sichtkontrolle, sondern der Trend der Fangdaten der Monitoringpunkte. Die ARZÉN Kft. hält die Position der Punkte in einem Lageplan fest, führt über jede Kontrolle ein Protokoll und zeigt anhand der Entwicklung der Fangdaten, an welchem Abschnitt der Grundstücksgrenze sich der Schädlingsdruck verstärkt – meist noch bevor drinnen irgendjemand etwas bemerkt.

Bei einem IFS- oder BRCGS-Audit wird genau diese Datenreihe als Nachweis für die Funktion des Programms eingefordert.

Beim Einfamilienhaus und im Garten

Bei einem Einfamilienhaus mit Garten schließen wir den Vertrag auch direkt mit Privatpersonen. Das Prinzip ist dasselbe, in kleinerem Maßstab: das Verschließen der Eintrittsstellen, entlang der Grundstücksgrenze platzierte Punkte und die Beseitigung der Nahrungsquelle – Kompost, Vogelfutterstelle, Tierfutter, offener Abfallbehälter. Ohne das muss die Behandlung erneut begonnen werden.

Versteck und Zugangswege

Die Behandlung beginnt dort, wo sich das Tier tatsächlich aufhält – diese Stellen prüfen wir bei der Begehung zuerst.

  • Höhle unter Betonplatte und Gebäudefundament, entlang der Grundstücksgrenze

    Höhle unter Betonplatte und Gebäudefundament, entlang der Grundstücksgrenze

  • Kanalanschluss und Wanddurchführung der Rohrleitungen

    Kanalanschluss und Wanddurchführung der Rohrleitungen

  • Unterseite von Paletten und Behältern an der Lagerhallenwand – das Ende der Schmierspur

    Unterseite von Paletten und Behältern an der Lagerhallenwand – das Ende der Schmierspur

Maus oder Ratte?

Zwei ähnliche Arten in einem Bild, im gleichen Maßstab. Der Unterschied liegt nicht nur im Namen: Gegen beide hilft ein anderes Verfahren.

Hausmaus und Wanderratte nebeneinander, im gleichen Maßstab
Links: Hausmaus · Rechts: Wanderratte

HausmausMehr erfahren →

  • 7–10 cm großer Körper
  • Große, runde Ohren, spitze Schnauze
  • Dünner Schwanz, etwa körperlang
  • Reiskorngroßer, spitz zulaufender Kot
  • Kleiner Aktionsradius, bleibt oft ihr ganzes Leben im Gebäude

Wanderratte

  • 20–27 cm großer Körper
  • Im Verhältnis zum Kopf kleine Ohren, stumpfe Schnauze
  • Kürzerer, dicker, beschuppter Schwanz
  • 15–20 mm großer, stumpf endender Kot
  • Kommt von außen, gräbt Baue entlang der Grundstücksgrenze; meidet neue Gegenstände tagelang

Die Größe allein kann täuschen, denn eine junge Ratte ist mausgroß. Das Verhältnis von Ohren und Schwanz sowie die Form des Kots sind dagegen eindeutig, und es ist nicht gleichgültig: Gegen die Hausmaus ist ein dichtes Punktnetz im Innenraum wirksam, gegen die Wanderratte der Perimeterschutz.

Häufige Fragen

Worin unterscheidet sich die Bekämpfung von Ratte und Maus?

Die Wanderratte durchstreift ein größeres Gebiet und kommt meist von außen, deshalb ist gegen sie der Perimeterschutz das wirksame Mittel – ein Netz abschließbarer Köderstationen entlang der Grundstücksgrenze. Die Hausmaus hat dagegen einen kleinen Aktionsradius und verbringt oft ihren gesamten Lebenszyklus innerhalb des Gebäudes, was ein dichteres Punktnetz im Innenraum erfordert. Die Bekämpfung der beiden Arten lässt sich nicht vertauschen.

Welche Krankheiten kann sie übertragen?

Ratten können Leptospirose, Fleckfieber, virales hämorrhagisches Fieber und Trichinellose übertragen. In Lebensmittelbetrieben rechtfertigt schon allein das Risiko der Produktverunreinigung die Bekämpfung.

Darf im Betriebsraum Köder eingesetzt werden?

Rund um Flächen mit Lebensmittelkontakt und in Hochrisikozonen ist der Einsatz von Giftködern meist nicht zulässig. In diesen Zonen setzen wir mechanische Fallen und Klebefallen ein; Köder legen wir an der Grundstücksgrenze, in abschließbaren Köderstationen, aus.

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